die herrmann

Zwei aufregende Jahre liegen hinter mir — die aufwendigen Aufnahmen zu meinem Album »Leicht wie ein Bär« und eine anschließende Tour mit meiner Band.

Eine Phase der Neuerung meiner Bandbesetzung ruft mich zur Besonnenheit. In Dankbarkeit trennte ich mich Ende 2016 von meinem Gitarristen Christian Noack. Mein Multiinstrumentalist Juan Garcia tritt seine frisch erhaltene Stelle — eine Professur an der HfM Weimar — an und wird seine Aktivität in meiner Band vorerst raffen müssen. Keine Zeiten des „Wellenmachens“ oder der Trotzhaltung. Aber eine Zeit voll stiller Entwicklung mit Raum zum Probieren. Und wie ich feststelle, hat das eine sehr erfüllende und produktive Wirkung auf mich.

Die Arbeit am Album hat mich viel gekostet und ich zahle noch immer ab — sinnbildlich wie buchstäblich. Ich bin stolz auf diese Leistung und glücklich über die Hilfe und Zuwendung, die mir seitens Vieler zuteil wurde. Denn ein Album auf eigene Faust zu produzieren, kostet nicht nur wahnsinnig viel Geld. Neben wohlgesonnenen Unterstützern, steckte ich auch Zweifel und Steinwürfe ein. Ich konnte nicht immer etwas positives daraus ziehen. Ich möchte mich wehren, gegen das allgemeine Verständnis von Erfolg, welcher proportional an Bekanntheitsgrad, Verkaufszahlen, Facebook-Likes oder Einkommen gemessen wird.

Mein Resümee: es gibt sie — schmissige Konzerte und Veranstalter, sowie Zuhörer, welche Kleinkunst und Vielfältigkeit wertschätzen und sich dafür einsetzen. Deshalb freue ich mich auf’s Weitermachen. Ich stehe im Saft und bin noch immer voller Lust — auf Denken, Fühlen und Leben. Eine Handvoll kleiner, feiner Solo-Sommer-Konzerte, ein stiller Geist voller Mut und Muße und eine stete Entwicklung meines künstlerischen Profils bleiben mir richtungsweisend.

Ein guter Moment um Danke zu sagen:

Danke allen Unterstützern, zur Realisierung meines Debütalbums. Danke allen konstruktiven und wertschätzenden Kritikern. Danke allen guten Geistern für Zurückhaltung und Einmischung zur rechten Zeit. Und eine Bitte: Bleibt mir erhalten! Denn ich plane ein neues Album. Ich werde noch tiefer in die Nische kriechen (meine sorbische) und verrate schonmal folgendes: Łužica, Łužica, ta dyrbi serbska być ! :)

Ein Sommer voll findiger Mundmische liegt vor mir.

Frische Grüße, die herrmann

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